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Westfälische Rundschau 05.08.2004 Lokalnachrichten
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Hellweger Anzeiger 13.08.2004 Lokalnachrichten
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SPD Kaltenkirchen gegen Bau eines Biomassekraftwerks
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CDU Siersdorf gegen Bau eines Biomassekraftwerks
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Auf Grund der einseitigen Presseinformation einer örtlichen Zeitung erfahren leider nicht alle Bürger die gesamte Wahrheit. Auf diesem Wege werden wir versuchen einiges klarzustellen.
So wird berichtet, dass durch das Biomassekraftwerk erheblich CO² Ausstoß Gesenkt wird!
Unsere Antwort darauf:
- Würde dieses KW nicht gebaut, so gäbe es erst keine weiteren Emissionen!
- Die restlichen Emissionswerte sind nicht unerheblich!
- Vergessen wird immer wieder die hohe Vorbelastung unserer Region, so das eine weitere jahrzehnte andauernde Zusatzbelastung nicht gesundheitsfördernd ist!
- Vergleichen Sie die Tabelle Gas – Holzfeuerung, Sie werden sehen was umweltfreundlich ist! Biomasse bleibt Biomasse, nicht Holz A III-IV!
- Die belasteten Hölzer gehören in eine dafür ausgestattete Verbrennungsanlage! Z.B. Müllverbrennung Hamm mit modernster Filtertechnologie und wesentlich höheren Verbrennungstemperaturen! Das schließt gleichzeitig das öffentliche Interesse der Entsorgung ein!
So wird berichtet, dass der LKW Verkehr durch entfallende Leerfahrten reduziert wird!
Unsere Antwort darauf:
- Das Holzkontor hat eine Genehmigung für 60.000 Tonnen/a, das KW benötigt 140.000 – 160.000 Tonnen/a des weiteren wird das HK nicht auf die jetzigen 60.000 Tonnen, die wieder abtransportiert werden müssen verzichten! Dazu kommt noch die Zulieferung der Zusatzstoffe Herdofenkoks, Heizöl etc. und nicht zu vergessen der Abtransport von Reststoffen! Wer glaubt da noch an Reduzierung!
- Verträge zur Bahnanbindung bestehen bis heute nicht. Gerede darüber ist Wunschdenken!
So wird berichtet, dass nur 4 Einwendungen Bestand haben.
Richtig ist, das weit über 3000 Bürger in kürzester Zeit gegen das Kraftwerk gestimmt haben!
Gegenüberstellung beantragter Frachten BiomasseKW
mit denen einer energetisch äquivalenten Gasfeuerung
Parameter |
Erdgas-HKW |
Biomasse-HKW |
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kg/h
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kg/h
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Brennstoff |
3.320
(= 4.260 m3 /h)
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18.000
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Gesamt C
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-
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0,587
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Kohlenmonoxid
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1,16
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2,935
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Staub |
0,12
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0,587
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Schwefeloxide (= SO2)
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0,23
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2,935
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Stickstoffoxide (=NO2)
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2,32
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11,74
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Chlorwasserstoff
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-
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0,587
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Fluorwasserstoff
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-
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0,059
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Cadmium + Thallium
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-
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0,00235
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Quecksilber
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-
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0,00176
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Antimon bis Zinn
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-
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0,0294
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Dioxine/Furane |
-
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0,0044
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CO2 (fossil)
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ca. 9.100
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gering
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Quelle: Stadt Kehl 2003
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Hamburger Abendblatt
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Mitte: Alle Fraktionen gegen Holzkraftwerk
Auf den größtmöglichen Widerstand stieß gestern in der Bezirksversammlung Mitte der Plan, ein Holzkraftwerk auf dem Gelände der Müllverwertungsanlage Borsigstraße (MVB) zu errichten: Alle Fraktionen schlossen sich einstimmig einem Antrag von SPD und GAL an, der eine erweiterte Umweltverträglichkeitsprüfung der Anlage fordert. Die Abgeordneten fordern weiterhin die Zusicherung des Betreibers, keinen Müll zu verbrennen und weitere Aufklärung über das Brennmaterial.
Der Energiekonzern Vattenfall will das erste Holzkraftwerk im Norden der Bundesrepublik in Billbrook errichten. Bis Ende 2005 soll das Biomassekraftwerk für 40 Millionen Euro entstehen. Das erklärten gestern Abend Vertreter der Gesellschaft während eines Vortrags in der Bezirksversammlung.
Jan-Hinrich Fock (57, SPD) sagte: "Die ganze Anlage ist außerordentlich problematisch. Das machen wir nicht mit. Wir haben den Eindruck, dass das Projekt schnell durchgezogen werden soll und fühlen uns getäuscht. Das ist ein Skandal."
Ähnliche Holzkraftwerke, die in Stapelfeld, Büttel, Brunsbüttel oder Kaltenkirchen projektiert waren, werden nicht gebaut. Sie sind am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Vier dieser Anlagen entstehen zur Zeit in anderen Bundesländern. Bis Ende Juni 2004 muss der Betreiber eine Genehmigung haben, denn nur dann gibt es finanzielle Vergünstigungen. reba
erschienen am 17. Sep 2003 in Hamburg
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Pressemitteilung
20. April 2004 Belastetes Altholz ist Sondermüll
Berechtigter Protest in Bergkamen gegen
die Verbrennung von belasteten Althölzern
Vertraut man den besänftigen Worten des HARPEN AG Firmensprecher Thomas Kemper, dann ist die Verbrennung von schadstoffbelastenden Althölzern vollkommen harmlos und gänzlich ungefährlich. Wenn man dann noch die fast schon zynisch anmutenden Worte liest, mit der die berechtigten Ängste der Bevölkerung herunterspielt werden, dann wird schnell klar, in wessen Lohn und Brot hier von einer Unbedenklichkeit gesprochen wird. Tatsache ist es jedoch, dass der Sprecher der HARPEN AG irrt, wenn er behauptet, das die Abfälle der höchsten Schadstoffklasse A IV kein Sondermüll sei:
Aus Sonderabfall wurden BIOabfälle
Nach der gesetzlichen Definition handelt es sich bei Altholz der Klasse A IV um „besonders überwachungsbedürftigen Abfall“. So mussten vor Umsetzung der Altholzverordnung (31. März 2003) hochgiftige Bahnschwellen und Hopfenstangen nach dem Chemikalienrecht und der Gefahrenstoffverordnung als Sonderabfall in entsprechenden Anlagen entsorgt werden. Das sich viele Länder nicht an diese Vorgaben hielten und stattdessen diese Sonderabfälle auf Billigdeponien vergruben, kann nicht darüber hinweg täuschen, da diese hochbelasteten Abfälle auch heute noch unter das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz fallen und somit besonders überwachungsbedürftige und wassergefährdender Abfall sind. Im Unterschied zu damals wurden per politischer Willenbildung von der Rot-Grünen Bundesregierung heute über eine fragwürdige Verbalakrobatik aus hochgiftigen Sonderabfällen „Bioabfälle zur thermischen Verwertung“.
Unzureichende Kraftwärme-Koppelung
Die Biomasseverordnung ist Bestandteil des Erneuerbaren Energiengesetz EEG. Diese gesetzliche Möglichkeit wird heute in der BRD überwiegend von Energiemonopolisten zum Bau von Altholzverbrennungsanlagen zur uneffektiven (29% Gesamtwirkungsgrad) und einseitigen Stromerzeugung genutzt, ohne eine 3-fachhöhere CO2-Einsparung über eine Kraftwärme-Koppelung zu ermöglichen. Das allseitig angeführte Argument, diese Anlagen bauen zu müssen, um zur CO2 Einsparung und zur Minimierung der Klimakatastrophe beizutragen, ist eine große aufgesetzte Lüge zu Lasten der Bevölkerung, die lokal weitere Schadstoffbelastung ertragen muss. Der wirtschaftlicher Gedanke ist diesen Unternehmen näher stehend als der Umweltschutz der Bevölkerung, denn dank der Bundesregierung kann hier wird richtiges Geld verdient werden: Über Anlagen in der Größe der Bergkamener Harpen-Anlage wird über die Verbrennung von schadstoffhaltigen Althölzern, der Netzeinspeisevergütung der Bundesregierung sowie über die Verbrennung von sogenannten “positiv-erzeugten CO2-Mengen“ über den “Emissionshandel“ insgesamt kräftige Reingewinne von über 15 Mio. €uro jährlich erzielt.
Aushöhlung von Gesetzen
Deshalb sind es gerade die einseitigen Interessen der Fa. HARPEN AG, die Umweltschützern in ganz Deutschland große Probleme bereiten: So hat HARPEN in 1 seiner 4 geplanten Altholzverbrennungsanlagen in Kehl / Rhein vor, die bereits bestehende Anlage von unbelasteten Hölzern auf fast ausschließlich belastete Hölzer zu erweitern. Verbrannt werden sollen 80 % der Gesamtmenge an besonders überwachungsbedürftigen Abfällen, was auf den entschiedenen Widerstand der Anlagengegner nicht nur in Kehl sondern auch im nahen Frankreich trifft.
Ausnahme nur für HARPEN-Anlagen
Wie in Kehl wurde die geplante Anlage in Bergkamen / NRW mit einer Ausnahmegenehmigung beantragt: Die Fa. HARPEN will in den Anlagen die belasteten Althölzer statt wie über das Bundesimmissionsschutzgesetz mit einer Mindesttemperatur von 850 Grad gefordert, mit nur unzureichenden 750 Grad verbrennen. Hier sollen unter dem Vorwand einer kostengünstigeren Rauchgasreinigung (Stickoxidminimierung) bestehende Gesetze zum Schutz der Bürger und zur Luftreinhaltung gezielt unterwandert werden. Dies gilt es in der gesamten BRD zu verhindern.
Prof. Funke / Münster, ein bezahlter “Unbedenklichkeits-Experte“ für die Fa. HARPEN, zugleich auch der Erfinder eines quasi dauerhaften Dioxin-Messgerätes, (AMENSA-Verfahren) zur Dioxin-Probenahme, ist einer der deutschen Dioxin-Päbste, der es eigentlich besser wissen müsste, als Anlagen schön zu reden.
Ihm ist bestens bekannt, das bei vorhanden Chloranteilen (u.a. PVC-Möbel-Beschichtungen) hochgiftige Dioxine entstehen. Rauchgasreinigungsanlagen müssen heute nach gesetzlichen Vorgaben Feinstäube (PM10) herausfiltern können. Doch je kleiner und feiner, desto gefährlicher sind die Stäube, die ihre tödliche Wirkung erst nach dem Einatmen in der Lunge entfalten. Dort sind sie leibesfruchtschädigend, krebserregend und mit ihren problematischen Anhaftungen für zahlreiche weitere Atemwegserkrankung verantwortlich. Wie neuere Statistiken belegen, oft mit tödlichem Ausgang und steigender Tendenz. (siehe in Anlage: Schadstoff-Report „Tod vom Allerfeinsten“)
Abgasfilter unzureichend
Gewebefilter, wie sie in der Bergkamener HARPEN-Anlage zum Einsatz kommen sollen, sind nicht in der Lage, lungengängige Feinststäube zu filtern. So können von den Feinstäuben mit dem Durchmesser PM-2,5 gerade einmal 20 % heraus gefiltert werden. Somit werden 80 % dieser Staubanteile ungefiltert in die Umwelt abgeben. Dies mit den zu erwartenden Folgen, wie z.B. einem Anstieg der Krebserkrankungen in der Region. Lungengängige Feinstäube (ab PM-2,5 bis PM-0,1) werden von keinem Filter zurückgehalten, noch unterstehen sie einem gesetzlichen Grenzwert. Es ist deshalb ein Irrglaube, das die Technik alles zu lösen vermag, was an Schadstoffen durch die Verbrennung von Abfällen entsteht.
Dabei sollte den Bürgern in und um die Region von Bergkamen vermittelt werden, das die gewählten Filteranlagen der Fa. HARPEN nicht dem Stand der Technik entsprechen, sondern das Billigste an Anlagentechnik darstellt, was in der BRD auf dem Markt angeboten wird. Es ist deshalb die Forderung zu erheben, das die geplante Anlage zumindest mit einer Rauchgasreinigung auszurüsten ist, die einen vorsorgenden Umweltschutz für die betroffene Bevölkerung ermöglicht, wie er in anderen Anlagen längst realisiert wurde. (s.a. MVA Borsigstr. / Hamburg, MVA Kiel, MVA Bielefeld)
Unser Fazit:
Der Umweltverband DAS BESSERE MÜLLKONZEPT Bundesverband Deutschland e.V. vertritt deshalb die Auffassung, das besonders überwachungsbedürftiger Abfall in Verbrennungsanlagen entsorgt werden muss, die nach 17. BImSchV mit einer Feuerungstemperatur von mind. 1.100 Grad ausgestattet sind. Diese Argumentation folgt auch im Ansatz der Gesetzgeber: ist der Chloranteil von Althölzern im Input höher als 1 Prozent, so müssen die gesamten belasteten Hölzer mit einer Temperatur von 1.100 Grad verbrannt werden. Die Frage allerdings sei dabei erlaubt, wer dies garantiert, bzw. kontrolliert, denn über die zerkleinerten Holzhackschnitzel ist dies nicht mehr möglich. Ein Qualitätsmanagement für die Althölzer – von der Quelle bis zur Anlieferung – ist deshalb zwingend geboten.
Die geforderten höheren Temperaturen von über 1.100 Grad gewährleisten zur Zeit i.d.R. nur Sonderabfallverbrennungsanlagen. Deshalb muss die logische Konsequenz auch lauten, diese belasteten Abfälle ausschließlich in Hochtemperaturanlagen zu entsorgen, die ebenfalls über eine 6-8-fache Filteranlage verfügen. Ob sich mit derartig aufwendigen Anlagen noch das gleiche Geld wie mit unzureichenden technischen Standard in Bergkamen von HARPEN geplant verdienen lässt, darf allerdings bezweifelt werden.
V.i.s.d.P:
Klaus Koch / Presse /
Öffentlichkeitsarbeit
für den Umweltverband
DAS BESSERE MÜLLKONZEPT
Bundesverband Deutschland e.V.
e-Mail:muellkonzept-sh@t-online.de
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Methangas tritt auf den Bergehalden aus
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Bergkamen.
Der Bergbau hatte am Dienstag alles getan, die Mitglieder des Bergkamener Umweltausschusses bei Laune zu halten: ein Zelt aufgebaut als Regenschutz, dazu gab es kühle, alkoholfreie Getränke sowie Würstchen und Frikadellen vom Grill. Trotzdem mochte unter den Parlamentariern keine rechte Freude aufkommen.
Der Grund: Kurz vor der Besichtigung der Halde erfuhren sie, dass sich die Endgestaltung des "Landschaftsbauwerks" um weitere zwei bis drei Jahre hinauszögern wird. Und was noch schlimmer ist: Entsprechend werden sich die Lkw-Fahrten auf der Jahnstraße verlängern.
Vor allem Ortsvorsteher Martin Blom nahm diese Hiobsbotschaft mit Schrecken zur Kenntnis. "Der ehemalige Bergwerkschef Scheidat hat versprochen, dass in 2004 alles vorbei sei. Jetzt werden wohl die Bürger auf die Barrikaden gehen", vermutete Heinz Mathwig.
Ursache für die Verzögerung: In großen Teilen des Haldenbereichs, der zurzeit modelliert wird, tritt Methangas aus. Auf dem fast fertig gestellten Baumplateau sind die Konzentrationen gering und deshalb ungefährlich, doch der riesige Flotationsteich, der unter einer Arena verschwinden soll, hat es in sich: Pro Minute strömen auf den 70 000 Qudratmetern der Natur-Arena instgesamt 3,5 Kubikmeter Methangas aus, berichtete Gasexperte Michael Ophale von der Deutschen Montan-Technologie.
Schon seit Wochen herrscht am Flotationsteich Alarmstufe 1. Den Mitarbeitern ist dort unter anderem ein absolutes Rauchverbot auferlegt worden. Tabak, Zündhölzer und Feuerzeuge dorthin mitzunehmen, ist verboten. "Um Methan zu entflammen, reicht der kleine Funke aus, der manchmal durch elektrische Etladung entsteht, wenn man aus einem Auto aussteigt und den Wagen anfassen will", beschrieb Ophale das Gefahrenpotential am Flotationsteich.
Das Gas tritt übrigens nicht aus dem aufgeschütteten Bergmaterial aus, sondern gelangt aus dem Deckgebirge tief darunter an die Oberfläche. Abzuwarten, bis es abklingt, lohnt sich nicht: Opahle meint, das der Gasaustritt Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte dauern kann.
Ziel müsse es deshalb sein, die Gefahr zu bereinigen, erklärte Opahle. Erreichten werden soll dies durch eine Gasdrainage und einer zusätzlichen Packlage Erdaushub von etwa acht Metern Dicke. An vier bis fünf Stellen wird das Gas am Ende von Rohren austreten, die drei Meter aus dem Boden herausragen.
Auch mit diesen Änderungen kann die Natur-Arena weiterhin Plattform für Feste, Feiern und Konzerte sein. Was Peter Drecker, dessen Büro die Planungen für die Endgestaltung der Bergehalde durchgeführt hat, überhaupt nicht schmeckt, ist der Umstand, dass die Grundfläche angehoben werden muss, der ursprünglich angedachte Gesamteindruck von Natur-Arena und Halde jetzt merklich verändert wird.
Allerdings hatte Drecker in diesem Zusammenhang auch eine erfreuliche Botschaft: Das Baumplateau, das etwa ein Drittel des neu zu modellierenden Haldenbereichs einnimmt, ist Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres so weit fertig gestellt, dass er, wenn das Bergamt mitspielt, der Bevölkerung zugänglich gemacht werden kann.
30.06.2004 |
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Bergkamen. Die Bergkamener CDU-Fraktion wird den Antrag der Grüne/GAL-Fraktion auf eine korporative Mitgliedschaft bei "Transparency International" unterstützen.
Selbst im vermutlichen Jahresbeitrag von 1000 E sah Fraktionsvorsitzende Elke Middendorf trotz mieser Kassenlage kein Problem. Ziel der Organisation ist es, Korruption in Wirtschaft und Verwaltung so weit wie möglich zurückzudrängen. Hier müsse Bergkamen ein Zeichen setzen, meinte die Fraktionsvorsitzende.
Nach Hilden wäre Bergkamen die zweite deutsche Mitglieds-Kommune. Während sich Städte und Gemeinde zurückhaltend zeigen, haben diesen Schritt eine Reihe von Industrieunternehmen wie zum Beispiel Schering vorexerziert. Sie wissen genau, dass Korruption in ihren Firmen die Kosten nach oben treibt und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit schwächt.
Tranparency International macht Korruption auch für die wachsende Politikverdrossenheit verantwortlich. Die Kommunen hätten demnach auch ein politisches Interesse, sich aktiv gegen Korruption zu wehren.
30.06.2004 |
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Pressemitteilung 27.05.03 EON - der 3 Versuch !
EON plant 150.000 schadstoffhaltige Althölzer in Kaltenkirchen zu verbrennen Umweltverband kündigt Widerstand gegen die Verbrennungsanlage an
Es ist der 3. Versuch von Europas größtem Energiekonzern in Schleswig-Holstein ein so genanntes "Biomasse-Kraftwerk" umzusetzen. Nach dem in der Stadt Lübeck 2001 und nachfolgend 2003 im Kr. Stormarn der Plan zum Bau derselben Anlage an der Ablehnung in der Bevölkerung gescheitert war, unternimmt EON jetzt den entbehrlichen 3. Versuch im Kreis Segeberg: Jetzt soll es der Standort Kaltenkirchen / Moorkaten an der A 7 sein, an dem EON ca. 150.000 Tonnen pro Jahr an belasteten Althölzern verbrennen will.
Was dort auf die Anwohner Kaltenkirchens zukommt, war zuletzt Gegenstand heftigster Auseinandersetzungen zwischen EON und dem Kreis Stormarn. Eine starke Umweltbewegung aus 10 Bürgerinitiativen und Umweltverbänden, den Kreistagsparteien (bis auf die Grünen) sowie 18 Gemeinden im Umfeld der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld hatten mit der Kreisverwaltung gemeinsam den weiteren Anlagenbau bekämpft. Letztlich verhindert wurde die zusätzliche Verbrennungsanlage am geplanten Standort Stapelfeld durch ein von EON einberufenes Schiedsgericht. Die Hamburger Richterin schloss sich den Argumenten Stormarns an, in dem ihre rechtliche Entscheidung dem Kreis auf Grundlage einer Grunddienstbarkeit den Betreiber der Verbrennungsanlage (EON) verpflichtete, dem Kreis ein Vetorecht für oder gegen den Bau einer weiteren Verbrennungsanlage einzuräumen. Der Kreis Stormarn hatte über das im Kreistag beschlossene Votum einer Schadstoff-Emittierenden EON- Verbrennungsanlage eine klare Absage erteilt.
Fakten zur Altholzverbrennung
Alle im Altholz gebundenen Schadstoffe werden erst im Verbrennungsprozess eines "Biomassekraftwerkes" freigesetzt und müssen anschließend über aufwendige Filter gereinigt werden. Trotz verbesserter Anlagen-, und Rauchgasreinigungstechnik entstehen bei der Verbrennung (BImschV = 850º Grad bei nur 2 Sek. Verweildauer auf dem Verbrennungsrost) von gefährlichen Abfällen (Althölzer der Schadstoffklasse 3 + 4 nach der AltholzVO wie mit Pestizid-, und Fungiziden behandelte Bauhölzer, lackierte und PVC-beschichtete Gebrauchshölzer) hochgiftige Dioxine und weitere Schadstoffe wie die Schwermetalle Chrom, Arsen, Blei und Quecksilber.
Verbrannt werden sollen in der neuen Anlage auch Eisenbahnschwellen. Diese aus dem Sanierungsbereich der Deutschen Bundesbahn stammenden Eisenbahnschwellen enthalten nach Ablauf ihrer Nutzungsdauer von 25 Jahren pro Stück immer noch 10-15 kg an Teerölen. Nach amtlichen Untersuchungen des Schweizer Umweltbundesamtes enthält das zur Imprägnierung verwandte Teeröl zu 85 % umweltgefährdende Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK siehe Anlage), das von Toxikologen bereits in seiner Handhabung als hoch krebserregend eingestuft wird. Neben den PAK`s wurden im Teeröl auch Phenole und Benzo(a)pyren festgestellt, deren karzinogene Wirkung als hochgiftig und erbgutschädigend eingeordnet wird.
Auch das Shreddern von Althölzern hochgefährlich
Da die Altholzverbrennungsanlage von EON auf dem Gelände der Fa. Brockmann gebaut werden soll, sind die Anwohner auch durch die Aufbereitung (Shreddern) der Althölzer höchst gefährdet: Die Bahnschwellen bestehen überwiegend aus Buchenholz, dessen Stäube ebenfalls als krebserregend eingestuft werden. Beim Shreddern der Althölzer fallen lungengängige Feinststäube an, die, wenn Sie von Menschen eingeatmet werden, krebserzeugend sind. In mehreren Altholzaufbereitungsanlagen in der BRD ist es bereits zu langfristigen Bränden und zu Staubexplosionen gekommen. (siehe Duisburg + Kehl / + Hornitex Hessen)
Weitere Sachargumente stehen aus Sicht unseres Umweltverbandes DAS BESSERE MÜLLKONZEPT SH der Anlagenplanung in Kaltenkirchen entgegen:
- Nach Aussagen des Umweltministeriums S-H bestehen in der Metropolregion Hamburg durch vorhandene Anlagen bereits Energieüberschüsse, so das eine zur Energieerzeugung geplante EON - Altholzverbrennungsanlage nicht benötigt wird
- Nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) brauchen die Biomasse-Verbrennungsanlagen lediglich einen "Schmahlspur-Wirkungsgrad" von nur 29 % einzuhalten. Gekoppelte Kraftwärme-Nutzungsanlagen erzielen bei vollständiger Verwendung der anfallenden Wärme auch im Hause EON einen Wirkungsgrad von über 70 %. (siehe Homepage www.eon-kraftwerke.com)
- Von der holzverarbeitenden Fa. Brockmann, auf dessen Firmengelände die EON-Verbrennungsanlage geplant ist, wurde bereits 2002 ein kleineres Holz-Heizkraftwerk fertig gestellt, das Fernwärme an umliegende Nutzer liefert. Zusätzliche Wärmeabnahmequellen in der Umgebung von Kaltenkirchen zu finden, das überwiegend aus einer Einzelhausbesiedlung besteht, dürfte schwierig sein. Auch durch die fehlende Wärmenutzungsmöglichkeit ist die Anlagenplanung entbehrlich.
- Die von der Altholzverbrennungsanlage ausgehenden Schadstoffe werden die Wohn-, und Lebensqualität der Anwohner Kaltenkirchens erheblich schmälern, Häuser und Grundstücke werden in ihrem Verkehrswert herabgesetzt. Zusätzliche LKW-Transporte werden den Ortsverkehr zusätzlich belasten. Da EON keine Gewerbesteuern an die Kommunen zahlt und einheimische Firmen gegenüber den Spezialisten beim Anlagenbau unberücksichtigt bleiben, werden auch keine vielleicht erhofften zusätzlichen Gelder in die kommunalen Kassen fließen
- Kinder, Jugendliche, Immungeschwächte Kranke und ältere Menschen wurden bei der Festsetzung von Luftgetragenen Schadstoffen über so genannte "Grenzwerte" nicht mitberücksichtigt. Sie zählen zu den Opfern eines nach Wirtschaftswachstum strebenden Unternehmens wie EON, für die freigesetzte Schadstoffe das kleinere, kalkulierbare Risiko für die Bevölkerung Kaltenkirchens darstellt
- Das vermeidliche Umweltziel - die freiwillige EON-Selbstverpflichtung gegenüber der Rot-Grünen Bundesregierung durch 3 neue "Biomassekraftwerke" zur CO2 Reduzierung in der BRD beizutragen wurde vom EON-Konzern durch die im Bau befindlichen Anlagen: 1. Zolling bei München, 2. Landesbergen bei Hannover, 3. Hameln und 4. Emden Hafen bereits hinreichend erfüllt. Eine weitere Anlage in Kaltenkirchen dient nicht dem Umweltschutz, sondern lediglich dem finanziellen Interessen eines marktbeherrschenden Energie-Monopolunternehmens.
Bei einer Gesamtbetrachtung dieser Anlagenplanung verkehrt sich die Ökobilanz zur CO2 Reduzierung für die Anwohner Kaltenkirchens in das Negative: während EON sich brüstet zur CO2 Problematik seinen Beitrag erfüllt zu haben, verbleiben die regional ausgestoßenen Schadstoffe der Altholzverbrennungsanlage in der Region um Kaltenkirchen und belasten Mensch und Natur !
Der Umweltverband DAS BESSERE MÜLLKONZEPT S-H schlägt als Alternative eine Entsorgung der stark giftstoffhaltigen Althölzer in Sondermüllverbrennungsanlagen vor, deren Temperaturen anders als bei der geplanten EON-Anlage nicht bei 850º sondern oberhalb von 1.100º Grad liegen und damit eine bessere Schadstoffvernichtung gewährleistet wird. Kleinere und dezentral mit heimischen und schadstoffunbelasteten Hölzern betriebenen Kraftwärmekoppelungsanlagen, mit ihrer kommunalen und ortsnahen Abnahme der Energie und Wärmenutzung, haben sich in Süddeutschland längst bewährt und könnten eine sinnvolle Alternative zu dem arbeitsplatzvernichtenden Großprojekt der EON-Altholzverbrennungsanlage in Kaltenkirchen sein.
ViSDP: Klaus Koch / Pressesprecher des Umweltverbandes DAS BESSERE MÜLLKONZEPT Bundesverband Deutschland e.V.
Geschäftsstelle: Schleswig-Holstein 22962 Siek / Hansdorfer Weg 10 T: 04107 - 7 473 / e-Mail: kk-koch@web.de
Letzte Änderung: 02.06.2003
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Pressemitteilung
Müllverbrennung im Biomassekraftwerk
â–ºUmweltskandal in Brandenburg
►wird aus Ersatzbrennstoffen zukünftig BIO-Abfall ?
►Müll in staatlich geförderten BiomasseKraftwerksanlagen ?
In einem bisher bundesweit 1.malig geplanten Vorhaben, sollen in einem 120.000 Tonnen Biomasse-Kraftwerk in Brandenburg Baruth zukünftig Abfälle verbrannt werden. Nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) dürfen seit 2002 laut Biomasseverordnung ausschließlich nur biogene Stoffe wie Holzhackschnitzel in geförderten Anlagen zur Stromerzeugung verbrannt werden. Werden hingegen Siedlungsabfälle verbrannt, so verliert die Anlage laut bestehendem Gesetz ihren Förderstatus und gilt dann als eine normale Müllverbrennungsanlage. So war bisher die gesetzliche Lage, die jetzt über diesen bundesweit 1. Pilotversuch ausgehebelt werden soll.
Beim brandenburgischen Umweltministerium wurde beantragt, sogenannte "mittelkalorische" Abfälle (11.-16.000 KiloJoule) aus der mechanisch-biologischen Aufbereitung der Firma MEAB aus Vorketzin im Biomassekraftwerk der Fa. Unitherm Baruth GmbH in Baruth zu verbrennen. Die Siedlungs-,/ Gewerbeabfälle stammen aus der Restabfallbehandlung der Brandenburgischen Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Spree-Neiße, Barnim und Märkisch-Oderland sowie der Bundeshauptstadt Berlin. Es wurde bekanntgegeben, das Probeweise ab September 2004 in der Rostfeuerungsanlage des Biomassekraftwerkes die ersten Abfälle verbrannt werden.
Als Hauptgrund für die geplante betriebliche Umstellung auf Abfälle wurde von der Betreibergesellschaft angeführt, das die Preise für Altholz derartig gestiegen seien und keine weiteren Altholzmengen mehr preisgünstig auf dem Markt zur Verbrennung in Deutschland zu erhalten sind. Verharmlosend werden die zur Verbrennung vorgesehenen Siedlungs-/Gewerbeabfälle dann nicht mehr Abfälle genannt, sondern als “Ersatzbrennstoffe“ deklariert, die als weiße Kohle konventionelle fossile Brennstoffe ersetzen sollen. Argumentiert wird ebenfalls eine CO2-Einsparung.
Damit erfüllt sich die negative Prophezeiung der Umweltbewegung, die frühzeitig die Rot-Grüne Bundesregierung davor gewarnt hatte, das über Biomassekraftwerksanlagen, die nach den selben rechtlichen und technischen Voraussetzungen erbaut wurden wie herkömmliche Müllverbrennungsanlagen (§ 4.BImSchV und § 17.BImSchV) auch Abfälle verbrannt werden können.
Diese Entwicklung war bundesweit vorhersehbar, denn es wurden mehr Altholzverbrennungsanlagen genehmigt, als insgesamt Altholz in Deutschland vorhanden ist. Viele Betreiber von "Biomassekraftwerken" verbrennen bereits heute importiertes Altholz, z.b. aus den Benelux-Ländern. In den Niederlanden muss belastetes Altholz als Sondermüll kostenaufwendig entsorgt werden. Nach Deutschland importiert bringt es bei Grenzübertritt dann als sogenannte "Biomasse" umdeklariert den nach EEG-Gesetz geförderten Biomasseanlagen hohe Gewinne bei der Stromerzeugung sowie den regional Betroffenen eine lokale Schadstoffanreicherung aus dem Schornstein.
Ein Absurdem ohnegleichen: die Altholzverbrennungsanlage der Firma Unitherm Baruth GmbH (Kunz KG) liegt mitten in einem der größten Waldgebiete von Brandenburg im Naturpark Hoher Fläming, in dem genügend unbelastetes Waldholz vorhanden ist, das jedoch brach im Wald liegt.
Waldholz genügend vorhanden
In der BRD fallen laut UBA-Gutachtenjährlich ca. 12 Mio. Tonnen Waldholz an. Diese gewaltige Holzmenge, so die bundesweite Beobachtung, wird jedoch kaum genutzt, so die Erkenntnisse des Institut für Energetik und Umwelt /Leipzig, das im Auftrag des Umweltbundesamtes Berlin das Gutachten "Monitoring zur Wirkung der Biomasseverordnung auf Basis des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG)" bereits im August 2003 vorstellte.
Hauptgrund für die Nicht-Nutzbarmachung der unbelasteten Waldhölzer seien die hohen logistischen Kosten, die pro Tonne bis zu 60-80 Euro ausmachen. Mit anderen Worten: das naturbelassene Holz aus dem Wald zu holen ist den Betreibern zu teuer. Trotz Erhöhung der Vergütungssätze für unbelastete Hölzer der Klasse I und II über die Biomasseverordnung werden diese Waldhölzer nur unzureichend genutzt. Die derzeit in der Bundesrepublik zur Verbrennung gelieferten Althölzer stammen hingegen überwiegend aus den kommunalen Sperrmüllsammlungen, die bereits vom Gebührenzahler finanziert und somit kostengünstig den Biomasse-Verbrenn-ungsanlagen zur Verfügung gestellt werden.
Vom Betreiber ist geplant, bei den Behörden zu beantragen, trotz der Verbrennung von Abfällen nicht auf die EEG-Fördergelder zu verzichten. Es wird die Argumentation vertreten, das bei der Verbrennung von Abfällen ebenso wie bei der Biomasse fossile Energieträger eingespart werden, die mit zur CO2 Einsparung beitragen. Zu hoffen ist, das der Betreiber, die Fa. Unitherm Baruth GmbH die Fairnis besitzt, keinen Antrag zu stellen, der die Öffentlichkeit vom weiteren Verfahren ausschließt, sondern das die Änderungsgenehmigung mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung unter Beteiligung der betroffenen Bevölkerung durchgeführt wird.
Die zwingende Frage ist zu stellen, ob Mangels Althölzer die Politik es weiterhin zulassen wird, das in Deutschland weitere Biomassekraftwerke zu klassischen Müllverbrennungsanlagen umdeklariert werden. Eines steht fest:
die Rot-Grüne Bundesumweltpolitik hat wiedereinmal an Glaubwürdigkeit verloren !
Siek, den 2.9.2004
V.i.S.d.P.: Klaus Koch
Öffentlichkeitsarbeit
für den Umweltverband
DAS BESSERE MÜLLKONZEPT
Bundesverband Deutschland e.V.
e-Mail: muellkonzept-sh@t-online.de
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