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Dass das Biomasse-Kraftwerk auf dem Monopol-Gelände längst aus dem Boden wächst, ficht den Sprecher der Interessengemeinschaft, Gerhard Helms, nicht an: Es sei selbst nach einer dreijährigen Prozessdauer nicht ausgeschlossen, dass Harpen das Kraftwerk rückbauen müsse, wenn das Unternehmen unterliegen sollte, erfuhr er jüngst von einem Fachanwalt in Berlin. Und dies, machte Helms deutlich, sei das primäre Ziel der IGBU: Kein Biomasse-Kraftwerk für Bergkamen.
Sollte sich das indes nicht mehr verhindern lassen, so gehe er zumindest davon aus, dass vor Gericht eine deutliche Nachbesserung der geplanten Filtertechnik erreicht werden könne. Denn die, so Helms, der sich inzwischen detailliert mit dem Thema befasste, ist allenfalls Stand der Technik - aber nicht auf dem neuesten Stand. „Wenn schon, dann wollen wir hier die effektivste Technik haben - wie in Österreich!“
Und sichergestellt wissen will die Interessengemeinschaft vor allem eines - nämlich dass aus dem Biomasse-Kraftwerk nicht doch noch eine Müllverbrennung wird - wie das grade in Brandenburg der Fall sei, wo ein Biomassekraftwerk der Firma Unitherm Baruth die Siedlungs- und Gewerbeabfälle aus Brandenburg und Berlin verbrennen will. Der Grund dafür: Mangel an Altholz.
Und das, ist Helms überzeugt, wird Bergkamen höchstwahrscheinlich auch blühen - zumal ja wegen der staatlichen Zuschüsse derartige Biomüll-Verbrennungen gradezu aus den Böden sprießen wie Pilze an feuchtwarmen Herbsttagen. Das Bergkamener Kraftwerk ist grade im Bau, da wird in der Nachbarstadt Lünen bereits der Spaten geschwungen - für ein weiteres Biomasse-Kraftwerk. Und für das wird Rethmann den Sperrmüll dieser Region einsammeln.
Der SPD wirft Helms daher „Industriefreundlichkeit“ vor, und Rot/Grün hält er momentan für alles andere als „bürgerfreundlich“. Von den Grünen, die er mit den Immissionswerten der neuen Anlage bedachte und die ihm eine Antwort darauf avisierten, habe er bis zur Stunde nichts gehört.
So ist ihm längst klar: Will die Interessengemeinschaft Bürger und Umwelt, die von mehr als 3000 Bürgern unterstützt wird - auch finanziell in diesem anstehenden Rechtsstreit -, irgend etwas erreichen, dann wird sie dies ohne jegliche politische Unterstützung tun müssen.
Obgleich, wie Helms findet, es sehr wohl Aufgabe der Kommunalpolitik gewesen wäre, sich sehr viel genauer mit der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Kraftwerk auseinander zu setzen. Denn, ist er überzeugt: „Wir werden hier doch zu Versuchskaninchen der Harpen AG!“
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