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28.12.2006
Die restlichen 406,50.-€ des Spendenkontos haben wir der deutschen Kinderkrebshilfe gespendet.
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ARGE stinkt´s zum Himmel: Auszug aus Monopol-Gebäude
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Das Jobvermittlungsteam verlässt wie insgesamt rund 20 Mitarbeiter des JobCenters im Handwerks- und Dienstleistungszentrum auf dem Monopol-Gelände vorübergehend Bergkamen. (Bild: K.H.)
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Das Jobvermittlungsteam verlässt wie insgesamt rund 20 Mitarbeiter des JobCenters im Handwerks- und Dienstleistungszentrum auf dem Monopol-Gelände vorübergehend Bergkamen. (Bild: K.H.)
Bergkamen. (hb) Viele Bergkamener klagen seit Jahren über üble Gerüche, die ihrer festen Überzeugung nach vom Industriegebiet mit gleich drei Chemienbetrieben in ihre Wohngebiete herüberwehen. Der ARGE Kreis Unna stinkt es inzwischen auch "zum Himmel". Wegen des immer noch nicht aufgeklärten Staubniederschlags zog man die Konsequenzen: Das Jobcenter verabschiedet sich zum 25. Juni vorübergehend aus der Nordbergstadt und wird erst mit Bezug des Neubaus am Wasserparks - voraussichtlich im Dezember dieses Jahres - wieder zurück kommen. Es sind bereits drei Monate vergangen, seitdem es in unmittelbarer Nähe des JobCenter-Agentur-Gebäudes zu Staubniederschlägen gekommen ist. Mitarbeiter von ARGE und Agentur beklagten sich über Lack- und Glasschäden an ihren Autos. Neben diesen materiellen Schäden war die Sorge der dort arbeitenden Belegschaft um ihre Gesundheit sehr groß. Starke Geruchsbelästigungen hatten stellenweise dazu geführt, dass etliche Mitarbeiter vorzeitig ihren Dienst beenden mussten. Seitens der ARGE und der Arbeitsagentur wurden die Umweltbehörden rechtzeitig eingeschaltet, die Ergebnisse der Prüfungen liegen allerdings bis zum heutigen Tag nicht vor. "Aus Vorsorge und aus Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern müssen wir deshalb unsere Konsequenzen ziehen und werden uns kurzfristig räumlich verändern. Wir bedauern diesen Schritt sehr. Unter den gegenwärtigen Umständen bleibt uns allerdings keine andere Wahl", so Bernd Farwick, Leiter der Agentur für Arbeit Hamm, und ARGE-Geschäftsführer Norbert Diekmännken gemeinsam. Dabei wissen sie auch die jeweiligen Personalräte auf ihrer Seite. Die knapp 30 Mitarbeiter werden in Kürze auf unterschiedliche Dienststellen verteilt. Da es nach dem derzeitigem Stand keine Möglichkeiten gibt, alle Mitarbeiter in Bergkamen kostenneutral und mit der notwendigen EDV-Anbindung unterzubringen, wird die ARGE vorübergehend in die Nachbarkommune Kamen ausweichen, in der auch schon die Bergkamener Arbeitslosengeld I - Empfänger betreut werden. Die persönlichen Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Arbeitsvermittlung ziehen in das ehemalige Gebäude des JobCenters Jugend, Bahnhofstr. 26, unmittelbar gegenüber dem Kamener Rathaus. Die Fallmanager für die Bergkamener Kunden werden vorübergehend direkt im Kamener Rathaus, Rathausplatz 1, untergebracht. "Es handelt sich um eine Übergangslösung für sechs Monate. Ab 2008 werden wir wieder wie gewohnt unsere Dienstleistungen vor Ort im Neubau an der Luise-Schröder-Straße 12 in Bergkamen anbieten", bitten die Verantwortlichen um Verständnis. Dass der Neubau pünktlich im Dezember 2007 fertig wird, hat der Bauverein zu Lünen als Bauherr noch einmal ausdrücklich bestätigt.
08.06.2007 WR-Nachrichten
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Quelle: Taz
Von Celle nach China Auch kleine Waldflächen werden an der Börse gehandelt. Doch erst ab 100.000 Hektar wird es für internationale Investoren richtig interessant. VON STEPHAN KOSCH UND CHRISTINE ZEINER
Die deutschen Förster schlagen Alarm: Der deutsche Wald ist bedroht. Und diesmal ist es nicht der Borkenkäfer oder der saure Regen, der dem grünen Nationalstolz an die Rinde flickt - es ist der Chinese, der in seinem Hunger nach Rohstoffen nun auch eine Auge auf die deutsche Eiche geworfen hat.
"Chinesen kaufen in Deutschland ganze Wälder", übertitelte der Bund Deutscher Forstleute am Montag eine Pressemitteilung, die gestern dann über die Nachrichtenagentur afp verbreitet wurde. Darin zeichnen die Förster ein dramatisches Szenario. Der "Globalplayer China" übernimmt eine Führungsrolle in der Weltforstwirtschaft. Weil Holz so teuer geworden ist, kauft er lieber gleich ganze Wälder als nur ein paar Bäume. "Deutschland ist aufgrund der hohen Holzvorräte für die Chinesen ein lukratives Waldland, in dem es sich lohnt, zu investieren." Angeblich würden Investoren aus China im großen Stil über Waldkäufe in Schleswig-Holstein verhandeln, in der Nähe von Celle hätten sie schon zugeschlagen. Steht der deutsche Wald vor dem Ausverkauf? Ein Klick auf die Internetseite ww.ihb.de - die internationale Holzbörse - beruhigt: 13 Wälder wurden gestern weltweit angeboten, nur einer davon aus Deutschland: 500 Hektar in Ostwestfalen, wer der Besitzer ist, erfährt man erst, wenn man ein Angebot abgibt. Fünfhundert Hektar sind nicht wenig, schließlich werden auch acht Hektar im Burgund angeboten und 7,4 Hektar in Rumänien. Aber spannender scheint es doch in Brasilien zu sein: 10.000 Hektar im Norden des Landes, und sogar 150.000 Hektar Tropenbäume im Amazonas.
"Für internationale Investoren wird es erst ab 100.000 Hektar interessant", sagt Andre Blum, "Assistant Professor" und Forstexperte an der Universität in Wageningen (NL). Und so große Flächen stünden in Deutschland kaum zum Verkauf. Gut ein Drittel der deutschen Privatwälder sind kleiner als 200 Hektar, nur 6,3 Prozent größer als 1.000 Hektar. Zwar sei der Wald international im Markt angekommen und trifft dort auf viel flüssiges Kapital, das nach neuen Anlagemöglichkeiten sucht. Doch Deutschland sei wohl eher für kleinere und mittlere Anleger interessant. "Die großen Investoren aus China kaufen woanders ein." Chinesische Investoren seien gar nicht die große aktuelle Gefahr, räumt auch Bernhard Dierdorf, Vorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute, auf Nachfrage der taz ein. Die Pressemitteilung sei "eher der exotische Hinweis auf eine bedrohliche Entwicklung" gewesen. Und diese beschreibt Dierdorf so: Wirtschaftliche Interessen würden in der Forstwirtschaft immer wichtiger, die ökologischen und sozialen Belange gingen verloren. Denn Holz sei eben nicht mehr nur für die Papier- oder Möbelproduktion gefragt, sondern immer öfter auch Grundlage für die Energiegewinnung. Das macht Wälder für Investoren attraktiver als sie lange Zeit waren. Und Kämmerer von klammen Kommunen oder Finanzminister in armen Bundesländern erhalten verlockende Angebote. Doch die Investoren - gleich ob private, staatliche, heimische oder ausländische - können den Wald einfach abgrasen, getreu dem Motto: "Ich hol mein Holz und nach mir die Sintflut", befürchtet Dierdorf. Zwar ist der Wald gesetzlich geschützt. Doch nicht immer reichten die Gesetze. In Nordrhein-Westfalen etwa dürften jedes Wirtschaftsjahr bis zu zwei Hektar geschlagen werden, gleich bei welcher Größe des Waldstücks. Das klingt nicht nach viel. Allerdings braucht ein Baum im Durchschnitt 80 Jahre, bis er ausgewachsen ist. Werde dann nicht ordentlich aufgeforstet, ändere sich schrittweise das Landschaftsbild, fürchtet der Förster. Und wer doch nachpflanzt, würde wohl am ehesten auf die schnellwachsende Fichte setzen, vermutet Dierdorf: "Weshalb sollte jemand, dem das schnelle Geld wichtig ist, Mischwald mit Buchen, Elben und Eschen pflanzen, wenn Reinkulturen ökonomisch doch viel mehr Vorteile bringen?" http://www.taz.de/index.php?id=umwelt&art=1234&id=475&cHash=f2ef9ac6b6
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Neues aus der Nachbarschaft.
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Neues Steinkohlekraftwerk in Lünen geplant. Ausgelegt für100% Importkohle.
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Stellten das neue Projekt für Lünen vor: v.l. Friedhelm Schroeter (CDU), Trianel-Chef Sven Becker, Hugo Becker (SPD), Ulrich Höwing (microca), Projektleiter Martin Hector, Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick und Stadtwerke-Chef Dr. Achim Grunenberg. (Foto: Günter Blaszczyk) Von Claudia Behlau Lünen. Was für eine wunderbare Nachricht: In Lünen werden sich wieder die Baukräne drehen. In Lünen wird wieder investiert. In Lünen entstehen neue Arbeitsplätze. Denn: Die Trianel-Gruppe will hier ein Steinkohle-Kraftwerk bauen und dafür 750 Mio. Euro ausgeben. Als Standort wurde der Stummhafen auserkoren, der für Trianel die wichtigste Voraussetzung erfüllt: eine Schienenanbindung und den Datteln-Hamm-Kanal. Das heißt: Kühlwasser ist ebenso vorhanden wie die Anbindung an den Hafen Rotterdam, von wo aus 1,8 Mio. Tonnen Steinkohle jährlich den Weg nach Lünen antreten werden, um hier in Strom umgewandelt zu werden. Erzeugt werden sollen in Lünen 5 Terrawattstunden (5 Mrd. Kilowattstunden) Strom. "Das ist 13 Mal soviel, wie in Lünen verbraucht wird, sagte ein sichtbar glücklicher Stadtwerkechef Dr. Achim Grunenberg. Die Freude ist verständlich. Die Stadtwerke sitzen mit im Kraftwerks-Boot. Sie gehören zu den 26 Stadtwerken und Regionalversorgungsunternehmen, für die Trianel das Projekt realisiert - nicht zuletzt, um unabhängiger von den großen Stromkonzernen zu werden. Man sei guter Dinge, die notwendigen Genehmigungen für das Projekt in Lünen zu erhalten, sagte gestern Trianel-Geschäftsführer Sven Becker. Die erste Zusagen hat der Stromerzeuger schon in der Tasche: die Lüner Stadtwerke und die Firma Remondis (Rethmann) waren sofort bereit, ihre insgesamt 250 000 qm großen Grundstücke am Stummhafen an Trianel zu verkaufen. Schließlich war es Hans-Joachim Andres (Remondis Production GmbH), der den Deal eingefädelt hatte. Die politische Mehrheit in Lünen stehe selbstverständlich hinter dem Projekt, versicherten Friedhelm Schroeter (CDU) und Hugo Becker (SPD). "Was für ein Impuls für unsere Stadt. Das passiert nicht alle Tage", kommentierte Schroeter. "So einen Push können wir wirklich brauchen", ergänzte Hugo Becker. 200 bis 300 feste Mitarbeiter sollen in dem Steinkohle-Kraftwerk arbeiten. Doch schon zuvor werden 1 000 Arbeiter das Objekt vier Jahre lang in die Höhe ziehen. Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick kommentierte diese Nachricht mit bekannt knappen Worten Richtung Trianel-Chefetage: "Herzlich willkommen in Lünen." Trianel gab die Blumen zurück. "Wir sind tief beeindruckt von Lünen. Das Tempo, das hier vorgelegt wurde, war atemberaubend. Ich habe noch nie eine Kommune so schnell agieren sehen", sagte Managing Director Manfred Ungethüm. Stadtwerke-Chef Grunenberg hatte in Nacht- und Nebelaktionen mit SPD- und CDU-Spitze sowie dem Bürgermeister alle Unwägbarkeiten aus dem Weg geräumt - etwa die Tatsache, dass der Stummhafen eigentlich als Windvorranggebiet ausgewiesen ist. Auch Ulrich Höwing, Chef der angrenzenden Firma micorca, wurde eingebunden. Denn er muss Platz - und damit Aufträge abgeben für das neue Kraftwerk; wird dafür aber die Bekohlung des Kraftwerkes übernnehmen. Jetzt müssen noch die Bezirskregierungen in Arnsberg und Münster (Teile der Noch-Remondis-Fläche liegen auf Waltroper Gebiet) zustimmen. "Wir sind zuversichtlich ", sagte Trianel-Chef Becker. Wenn alles planmäßig läuft, ist das Genehmigungsverfahren in zwei Jahren abgeschlossen. 2012 könnte dann der Betrieb aufgenommen werden. Grunenberg strahlte. "Das klappt. Denn mit Kohle, da kennen wir uns in Lünen aus."
14.02.2006
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Peter Fiedler 14. Februar 2006 | Quelle: Ruhr Nachrichten
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Eingerahmt von zwei Kraftwerken Nicht nur am Rande Oberwieses soll ein neues Mega-Kraftwerk entstehen. Auch am anderen Ende der Stadt, an der Grenze zu Lünen, ist zusätzlich ein weiteres Steinkohlekraftwerk mit ebenfalls 160 Meter hohem Kühlturm in der Planung.
Von Pit Schneider
Im so genannten Stumm-Hafen, der zum Teil auf Waltroper (Elmenhorst) und zum Teil auf Lüner Gebiet liegt, plant das Unternehmen Trianel European Energy Trading ein 750-Megawatt-Steinkohlekraftwerk auf einem 250 000 Quadratmeter großen Areal, das teilweise den Lüner Stadtwerken und zum Teil der Firma Remondis (früher Rethmann) gehört. Bei Remondis wurden übrigens auch die Kontakte geknüpft.
Das Projekt wurde jetzt in Lünen vorgestellt. Demnach sollen hier 750 Millionen Euro verbaut werden und 200 bis 300 Dauerarbeitsplätze entstehen. Mit dem Bau des Kraftwerks, das 2012 fertig sein soll, würde sich nachträglich der großzügige Ausbau des Datteln-Hamm-Kanals erklären und begründen lassen. Das Kraftwerk benötigt rund 1,8 Mio. Tonnen Steinkohle, die in erster Linie, ebenso wie bei dem geplanten E.on-Kraftwerk in Meckinghoven, per Schiff antransportiert werden sollen.
Die Bauherrin, die 1999 gegründete Firma Trianel European Energy Trading GmbH, ist in Aachen ansässig und eine Stadtwerke-Kooperation mit 48 Gesellschaftern und 40 Partnern. Das am Stumm-Hafen geplante Kraftwerk soll 26 Stadtwerke und Regionalversorgungsunternehmen versorgen. Zur Zeit baut Trianel in Hamm-Uentrop für 440 Mio. Euro ein Gas- und Turbinenkraftwerk.
Ähnlich wie in Datteln haben auch in Lünen die Verantwortlichen der Kommune die Pläne vom Kraftwerksbau freudig aufgenommen. Nicht nur das sorgt für positive Grundstimmung bei den Investoren, sondern auch der Standort, der über Kanal, Bahnanschluss, Kühlwasser und Anschluss ans Stromnetz verfügt. Ende dieses Jahres soll der Genehmigungsantrag gestellt werden.
Straßenführung ist noch ungeklärt
Noch keine weiterführenden Gedanken hat man sich in Lünen über die verkehrliche Anbindung des Stumm-Hafens gemacht, denn die ist katastrophal. Die einzige "vernünftige" Zufahrt erfolgt über Waltrop, nämlich über den Knäppen.
Ein großzügig ausgebauter Anschluss über Lüner Gebiet, (Brunnenstraße) war in der Lippestadt bisher politisch nicht gewollt, weil diese Trasse gleichzeitig eine Erschließung für die Waltroper und Dattelner Rieselfelder von der B 54 aus wäre. Doch der Anschluss über die ausgebaute Brunnenstraße bekommt jetzt neue Aktualität.
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WAZ Waltrop Zweites Kohle-Kraftwerk gesetzt. Wie die WAZ berichtete, investieren die Stadtwerke Lünen zusammen mit 25 weiteren Städten am Stummhafen zunächst 750 Mio Euro - teilweise auf Waltroper Gebiet. Wie der Leiter der Lüner Stadtwerke, Dr. Achim Grunenberg, im Gespräch mit der WAZ mitteilte, sei das Ansinnen auch mit Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe besprochen worden, und zwar mit Projektmanagern der Aachener Firma Trianel, die das Riesenvorhaben realisieren. Das Grundlast-Kraftwerk soll eine Leistung von 750 Megawatt haben, und könnte rund 160 Meter hoch werden, wie Grunenberg vorsichtig schätzt. Zuerst muss das Projekt jedoch genehmigt werden. Verantwortlich dafür ist nicht nur die für Lünen zuständige Bezirksregierung Arnsberg, sondern auch die Bezirksregierung Münster, weil das Kraftwerk auf einer Fläche des Entsorgungsunternehmens Remondis liegt, und damit teilweise auch auf Waltroper Gebiet. "Gesetzt, wir bekommen die Genehmigung, geht das Kraftwerk 2012 in Betrieb", sagt die Pressesprecherin von Trianel, Denise Mathee. Das Unternehmen müsse zügig handeln, da es im Zuge des Klimaschutzabkommens von Kyoto Emissionsrechte gekauft habe und die Möglichkeit, Kontingente zu kaufen kontinuierlich herunter gesetzt würden. Ein Steinkohlekraftwerk gewähre aus derzeitiger Sicht die größte Versorgungssicherheit, weil Steinkohle auf dem gesamten Weltmarkt angeboten werde und die Gaspreis-Konditionen zudem "nicht attraktiv" seien. Dr. Grunenberg sieht mit dem Steinkohlekraftwerk eine "Riesenchance auch für Waltrop", weil Investitionen in die Region gelockt würden. 1000 Arbeiter würden die Anlage vier Jahre lang hochziehen, danach würden 200 bis 300 Beschäftigte im Kraftwerk arbeiten. Auch die Frage der Emissionen spiele eine untergeordnete Rolle, da der Strom mit modernster Technik und Filteranlagen produziert werde. Außerdem: "In der direkten Umgebung von Kraftwerken ist die Luft am saubersten, bedingt durch die Höhe der Kraftwerkstürme. 1,8 Mio Tonnen Steinkohle werden jährlich aus Rotterdam heran geschifft und verfeuert. Grunenberg hatte in Nacht- und Nebelaktionen mit SPD- und CDU-Spitze sowie Lünens Bürgermeister Unwägbarkeiten aus dem Weg geräumt - etwa die Tatsache, dass der Stummhafen eigentlich als Windvorranggebiet ausgewiesen ist.
15.02.2006 Von Martin Tochtrop und Claudia Behlau<>
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Quelle TAZ http://www.taz.de/index.php?id=archiv&dig=2007/04/30/a0038
Industrie sorgt für dicke Luft in Lünen
Recyclinganlage, Klärschlammverbrennung, ein Metall- und ein Glashüttenwerk, ein Kohlekraftwerk: In Lünen gründen AnwohnerInnen eine Initiative gegen Industrieabgase - und für die Gesundheit ihrer Kinder LÜNEN taz
In Lünen wächst der Widerstand gegen den Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks. Die im März gegründete Bürgerinitiative Kontra Kohle Kraftwerk (BI) sammelt "jeden Tag neue Unterschriften gegen den Neubau", sagt Sara Köhler von der BI. "Lünen wacht endlich auf." Die Bürgerinitiative will nicht nur gegen den Kraftwerksneubau kämpfen, sondern auch die Bevölkerung über die Luftqualität in Lünen aufklären. Ein Kinderarzt aus Lünen hatte nach 20 Jahren Arbeit in der 90.000 Einwohner zählenden Stadt nördlich von Dortmund drastische Rückschlüsse gezogen: Umweltbedingte Krankheiten wie Asthma, Neurodermitis und sehr starkes Nasenbluten nähmen immer stärker zu. Diese Beobachtung bestätigt auch ein Tierarzt, der unerklärlich gehäufte Leukämiefälle bei Hunden beobachtet hat (taz berichtete). Tatsächlich stehen in Lünen, am südlichen Rand des Münsterlands, neben der größten Recyclinganlage Europas, eine Klärschlammverbrennungsanlage, ein Biomasseanlage, in der alte Bahnschwellen verbrannt werden, ein Metall- und ein Glashüttenwerk, ein Steag-Kohlekraftwerk. Und bis 2012 soll mindestens ein neues Steinkohlekraftwerk vom Stadtwerkeverbund Trianel gebaut werden, auch Steag hat eine weitere Baugenehmigung für ein neues Kraftwerk. Eine Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit wie Lünen dürfe sich Investionen nicht entgehen lassen, argumentieren Stadtpolitiker. Eine Auswertung der Lüner Luft durchs Umweltministerium hatte eine starke erhöhte Belastung mit Blei und Arsen ergeben. "Ruß wurde gar nicht gemessen", kritisiert Sara Köhler von der BI. Auch an den anderen Messwerten wie Stickstoff, CO2 und Feinstaub - vom Ministerium als "oberer Normbereich" gewertet - zweifelt die BI. "Die Messstation in Lünen steht wohlweislich nicht im Norden, wo die Dreckschleudern stehen", sagt Sara Köhler. Sie möchte vor allem die Lüner Eltern auf die Verschmutzung aufmerksam machen. "Noch mehr Kraftwerke können wir nicht verkraften", sagt sie. Infomaterial darf Köhler in den städtischen Kindergärten nicht wie geplant auslegen. "Ganz zufällig sitzt der Leiter des Jugendamts auch im Vorstand der Wirtschaftsförderer, die das Kraftwerk forcieren", sagt Köhler. "Hier ist alles so verfilzt, dass wir es sehr schwer haben werden." Bis August muss die BI dem Rat mindestens 4.000 Unterschriften präsentieren. Nur dann würde erneut über eine Baugenehmigung diskutiert. Am kommenden Mittwoch findet am Abend im Hansesaal der Stadt Lünen eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative statt. MIRIAM BUNJES
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