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2005-2006

Januar 2005

Unsere Klage ist vom Verwaltungsgericht zum Oberverwaltungsgericht weitergeleitet worden.

 Störfall im BMHKW Heddesdorf / Heddesdorfer Berg

 

Hellweger Anzeiger 02.07.2005

Mess- Station und Eingrenzung der Altholzklassen beantragt

(Lokalnachrichten)

16.07.2005 Teilerfolg

 Ausnahmegenehmigung vom OVG MĂŒnster aufgehoben!

(Lokalnachrichten)

WestfÀlische Rundschau 19.07.2005

Bericht Biomasse- Kraftwerk

(Lokalnachrichten)

Beim Anfahrbetrieb der Anlage werden hier pro Stunde bis zu ca. 12000 Liter Heizöl verbrannt! An der Rauchentwicklung sind die Probleme der unvollstÀndigen Verbrennung zu erkennen!

Bericht zum Brand im Holzkontor 

 

Bergkamen |
Brennender Altholz-Berg hielt Feuerwehr in Atem

120 WehrmÀnner waren die ganze Nacht auf Monopol-GelÀnde im Einsatz

Bergkamen | Ein Großbrand im Holzkontor hielt die ganze Nacht ĂŒber die Bergkamener Feuerwehr in Atem: Vermutlich durch SelbstentzĂŒndung fing ein riesiger Holzhaufen vor der Aufbereitungshalle auf Monopol Feuer.

Von Rainer V. Larm-Halbach

Als Stadtbrandinspektor Dietmar Luft mit seinem Stellvertreter Dieter Dettmar kurz nach 22 Uhr am Sonntagabend auf dem WerksgelĂ€nde eintraf, sah es noch so aus, als handele es sich um einen kleinen Schwelbrand an jenem Holzhaufen. TatsĂ€chlich allerdings glĂŒhte das Holz in dem knapp zehn Meter hohen Berg bereits - und je intensiver die Wehr versuchte, das Feuer abzulöschen, desto mehr breitete es sich erst aus.

Schließlich waren 120 Wehrleute im Einsatz. Nicht nur aus Overberge, RĂŒnthe, Mitte und Weddinghofen - auch aus Kamen und LĂŒnen. Denn es zeigte sich bald, dass die Taktik der Wehr, das Feuer mit Wasserwerfern und Schaum zu ersticken, nichts brachte. Der gesamte Holzhaufen musste schließlich mit dem Radlager auseinander gezogen, das brennende Holz an eine andere Stelle verbracht und abgelöscht werden.

Um dafĂŒr nicht zu viel Frischwasser zu verbrauchen, das zudem noch durch das Löschen belastet wurde, nutzte die Wehr die auf dem GelĂ€nde befindlichen Zisternen mit Regenwasser. DafĂŒr aber mussten die Kollegen aus Kamen um Hilfe gebeten werden: Die rĂŒckten mit ihrem Schlauchwagen an und verlegten die Schlauchverbindungen zu den Zisternen.

Die Schering-Werksfeuerwehr lieh einen Gelenkmasten aus, mit dem „von oben“ 2500 Liter Wasser pro Minute in den knapp zehn Meter hohen Holzberg gepumpt werden konnte. Und schließlich rĂŒckten auch noch die Kollegen aus LĂŒnen an - mit einen AbrollbehĂ€lter-Löschtank mit Wasserwerfer auf dem Dach.

Dennoch: Erst am Montagmorgen um 6.32 Uhr konnte die Wehr vermelden, das Feuer sei aus. Der entstandene Sachschaden hĂ€lt sich stark in Grenzen - und auch sonst, so die Wehr, habe man viel GlĂŒck gehabt: Das belastete Löschwasser sei wieder in den Zisternen aufgefangen worden, der starke Rauch sei durch den Ostwind Richtung Halde getrieben worden und habe somit niemanden belĂ€stigt.

Untersuchungen des Staatlichen Umweltamtes Lippstadt noch in der Nacht vor Ort hĂ€tten keine Hinweise auf eine GefĂ€hrdung ergeben - schließlich habe auch nur Holz gebrannt und kein Kunststoff.

Aber davon eben eine ganze Masse.

Wir haben im Erörterungstermin auf die Folgen von BrÀnden im Holzkontor hingewiesen! Die Antwort: das Holzkontor hat nichts mit dem BMHKW zu tun. Es handelt sich um eine andere Genehmigung.

Das BMHKW wird aber durch das Holzkontor beliefert. Und nicht nur mit 60000 Tonnen, sondern mit 160000 Tonnen z.T. belastetem Altholz!

 

Untersuchungen des Staatlichen Umweltamtes Lippstadt noch in der Nacht vor Ort hĂ€tten keine Hinweise auf eine GefĂ€hrdung ergeben - schließlich habe auch nur Holz gebrannt und kein Kunststoff.

 

Wehr bekÀmpft Schwelbrand

Holzkontor: Feuer schwer zu löschen
Von Melanie Spigiel

BERGKAMEN , Noch am Montagmorgen suchte die Feuerwehr den Brand im Holzkontor vergeblich. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch musste sie erneut zum Holzkontor an der Ernst-Schering-Straße ausrĂŒcken. um einen Schwelbrand zu löschen. Seit Dienstagmorgen hatten die Mitarbeiter des Holzkontors versucht, den gĂ€renden Haufen mit Farben und Kunststoff belastetem Altholz selbst auseinander zu fahren und abzulöschen. Ohne viel Erfolg. Um 21.15 Uhr war die Rauchentwicklung bereits so stark, dass das Holzkontor die Feuerwehr zur UnterstĂŒtzung rief. Gemeinsam mit der Werksfeuerwehr Schering machten sich die 75 WehrmĂ€nner der LöschzĂŒge Mitte, Overberge und Weddinghofen einen Plan, wie der Schwelbrand in den Griff zu kriegen sei. ,,Die 40 mal 40 Meter großen Haufen sind oft bis zu sechs Meter hoch. An die vielen im Inneren liegenden kleinen Brandnester geIangt man nicht so einfach",
erklĂ€rte Dieter Dettmar, stellvertretender Stadtbrandinspektor, die schwierige Vorgehensweise und erinnert sich an den 19. September, 2005 wo ein brennender Altholzberg vor der Aufbereitungshalle auf Monopol 120 WehrmĂ€nner in Atem hielt. Mit einer GelenkmastbĂŒhne - einem 30 Meter hohen Löscharm - rĂŒckte die Wehr dem Haufen zunĂ€chst
zuleibe, bevor sie mit einem Radlager den Holzhaufen nach und nach abtragen, umschichten und ablöschen konnte. Bis Mittwochmorgen 6 Uhr waren die FeuerwehrmÀnner im Einsatz. Das zustÀndige Umweltamt Lippstadt nahm aufgrund der starken Rauchentwicklung Wasserproben vom Löschwasser. Schnelltests ergaben keine Belastung. ,,Das Löschwasser lÀuft aber trotzdem nicht in die Kanalisation, sondern wird in Becken aufgefangen", so Dettmar.
Wirklich GlĂŒck hatten die EinsatzkrĂ€fte wieder einmal mit dem Wind. Dettmar: ,,Der SĂŒdwind hat den Rauch glĂŒcklicherweise nicht in die Siedlung getrieben, sondern nur auf das Schering-GelĂ€nde." Bei SchwelbrĂ€nden
,,kriecht" der Rauch förmlich ĂŒber die Erde. Deshalb wurden auf dem Schering-GelĂ€nde leichte Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen. Die Arbeiter mussten zur Sicherheit Atemmasken mit Filter tragen.
,,Große UmweltgefĂ€hrdung“ bestand aber nicht. Auch wenn die endgĂŒltigen Messergebnisse noch nicht vorliegen,
haben wir sicherheitshalber leichte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen", beruhigt Dettmar. Zwei Messfahrzeuge aus LĂŒnen und Schwerte hatten direft vor Ort die Luftwerte gemessen.
b
 
 

Aldehyde bei Brand verdampft

Delitzsch. Als eine irrefĂŒhrende Verharmlosung, bezeichnet in einem Brief an unsere Kreiszeitung der Zschepener Dietmar Mieth die Meinung der Leitung der Biokraftwerk GmbH, dass nach dem Feuer auf deren Delitzscher BetriebsgelĂ€nde vom 3. zum 4. Juni (wir berichteten) „zu keiner Zeit durch den Brand GebĂ€ude oder Personen in unmittelbarer NĂ€he zum Biomasskraftwerk gefĂ€hrdet waren“.
Dabei hatte die GeschÀftsleitung auf ökologisch unbedenkliche Althölzer der Klassen A I und A II verwiesen, die in der Nacht in einem Lager verbrannten.

Das sieht Mieth anders. Es sei unstrittig, dass die Altholzhalde zu dem Zeitpunkt des Brandes hunderte Tonnen Spanplatten in geschredderter Form enthielt. Verbundplatten enthielten Aldehyde (vor allem Formaldehyd). Bei der Verbrennung verdampften die Aldehyde stĂ€rker als sonst und wĂŒrden als Gase beziehungsweise Aerosole in die AtmosphĂ€re gehen. Die Einwohner der Gemeinden Selben und Zschepen wĂ€ren gefĂ€hrdet worden. Ärztliche Atteste bescheinigten, dass auch am nĂ€chsten Morgen Rötungen der Augenbindehaut, Luftnot und Reizhusten festgestellt worden sein. Und weiter heißt es in dem Brief: „GeschĂ€ftsfĂŒhrer Gerhard van Meegen wird sich doch noch genau an die VorfĂ€lle beim Großfeuer seiner Altholzhalde im sĂ€chsisch-anhaltinischen Barby erinnern können. Dort wurden im FrĂŒhsommer des Jahres 1998 rund 270 000 Kubikmeter Altholz (geschredderte Spanplatten und anderes) zu 80 Prozent ein Opfer der Flammen. Dieser Brand ging als wohl grĂ¶ĂŸter und zeitlich lĂ€ngster in die Geschichte Sachsen-Anhalts ein

Bis zum heutigen Tag seien vom Landratsamt keinerlei Stellungnahmen zur GefĂ€hrlichkeit des Brandes erfolgt. Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Behördenseite den Vorfall im Sinne des Betreibers aussitzen möchte, um das laufende Genehmigungsverfahren fĂŒr die Verbrennung auch hochgiftiger Hölzer nicht zu gefĂ€hrden.

In einem weiteren Leserbrief von Manfred Stieler aus Delitzsch wird das Feuer als „Horrorszenario“ bezeichnet. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Nach dem Brand am 3. Juni auf dem Holzlagerplatz des Biokraftwerks mit seinen Auswirkungen fĂŒr die betroffene Bevölkerung in der Zugrichtung der beim Brand entstandenen Gaswolke wird deutlich, welche Gefahren fĂŒr die Menschen in Delitzsch von den entstehenden ÂŽBiomassekraftwerkenÂŽ wirklich ausgeht. Erst recht dann, wenn kĂŒnftig hoch schadstoffbelastete Althölzer verbrannt werden sollen.“

Der stellvertretende Landrat Ulrich Fiedler zu den VorwĂŒrfen im Zusammenhang mit dem Brand: „Vom Umweltamt des Kreises wurden das Staatliche Umweltfachamt und das RegierungsprĂ€sidium als Rechtsaufsichtsbehörde informiert. Die Polizei untersucht die Brandursache.“ Fiedler unterstrich: „Es handelte sich um Hölzer der Klasse A 2, die zur anschließenden Verbrennung im Biomassewerk gelagert werden dĂŒrfen.“

Die Pressesprecherin der Polizeidirektion Torgau Birgit Ziegenhorn erklĂ€rte, dass sich nach dem jetzigen Stand der polizeilichen Untersuchungen bei dem Brand um eine SelbstentzĂŒndung gehandelt habe. Gleichwohl liege der Fall bei der Kriminalpolizei noch auf dem Tisch und werde bearbeitet.

Inzwischen erstattete Mieth Anzeige gegen die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Biokraftwerk Delitzsch GmbH wegen GefĂ€hrdung der Bevölkerung und Umwelt.

red

Gutachter kontrolliert Holz fĂŒr Kraftwerk

Die GeschĂ€ftsleitung der Biokraftwerk GmbH informierte ein weiteres Mal zu dem Brand in der Delitzscher Fabrikstraße: „Neben GrĂŒnschnitt und unbehandeltem Palettenholz sind auch Spanplatten der Altholzkategorie A 2 dem Feuer zum Opfer gefallen. Nach unserem Kenntnisstand wurden auf Grund der geringen GrĂ¶ĂŸe des Brandes keine Schadstoffe emittiert. Der Gesetzgeber kategorisiert Spanplatten als A 2, wenn sie organisch beschichtet sind. Es sind maximal zwei Prozent Fremdstoffanteile im Altholz zulĂ€ssig.

Das Biokraftwerk garantiert durch Kontrollen, dass alle gesetzlichen Auflagen gemĂ€ĂŸ Betriebserlaubnis jederzeit eingehalten werden. Sobald ein Liefervolumen von 500 Tonnen erreicht ist, wird eine zusĂ€tzliche Kontrolle durch einen externen Gutachter vorgenommen. Erst nach Freigabe durch den Gutachter wird das Holz der kontrollierten thermischen Verwertung im Kraftwerk zugefĂŒhrt. Das verbrannte Holz war ebenfalls durch den Zulieferer und das Biomassekraftwerk ĂŒberprĂŒft worden. In dieser Woche wird das staatliche Umweltfachamt das Werk besuchen und entscheiden, wie das gesammelte Löschwasser zu entsorgen ist.

Die Rauchwolke zog in der Nacht vom 3. zum 4, Juni in Richtung SĂŒden. Damit war Delitzsch selbst nicht beeintrĂ€chtigt. Über die Verteilung der Rauchwolke liegen keine Erkenntnisse vor. Mitarbeiter des Werkes, die an der FeuerbekĂ€mpfung beteiligt oder sich wĂ€hrend des Brandes auf dem BetriebsgelĂ€nde aufhielten, erlitten keine gesundheitlichen SchĂ€den. Insofern sind BeeintrĂ€chtigungen bei Einwohnern im Umland fĂŒr die GeschĂ€ftsfĂŒhrung nicht einschĂ€tzbar. Sollte es zu gesundheitlichen Problemen gekommen sein, bedauert dies die GeschĂ€ftsleitung.

Aus dem Brand im Holzlager 1998 in Barby, Sachsen-Anhalt hat die GeschĂ€ftsfĂŒhrung klare Schlussfolgerungen gezogen: Unfangreiche zusĂ€tzliche Sicherheitsmaßnahmen gehören ebenso dazu wie die – im Vergleich zu den gesetzlichen Auflagen – erheblich grĂ¶ĂŸer konzipierte Feuerlöschtechnik.“

red.

LVZ, Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung, 16.06.2004

 

Bemerkungen von Dietmar Mieth:

Im Gegensatz zu dem LVZ-Artikel vom 5./6. Juni 2004 „Firmenleitung: Keine Gefahr fĂŒr Gesundheit“ gibt nun der Betreiber des Kraftwerkes zu, dass „auch Spanplatten“ ein Opfer des Feuers wurden. AnfĂ€nglich sollten doch nur „allein ökologisch unbedenkliche Althölzer“ verbrannt sein. Bleibt abzuwarten, ob sich in seinem nĂ€chsten Statement der „Bio“-Kraftwerksbetreiber auch noch an die vielen Kunststoffverunreinigungen inmitten der folienbeschichteten Althölzer erinnern wird.

Die AnfÀnge einer kleinen Bildergalerie zu diesem Thema wurden auf dieser Homepage gemacht. Diese werden sicher das Erinnerungsvermögen steigern helfen.

Auch spenden die betreibertreuen Aussagen des Vizelandrates Fiedler den betroffenen Zschepener und Selbener BĂŒrgern, die in der Brandnacht teilweise unertrĂ€gliche Rauchbelastungen ĂŒber sich ergehen lassen mussten, ein wenig Trost. Nur zu verstĂ€ndlich ist Fiedlers nichtssagende Wortmeldung. Schließlich ist er ein Angehöriger der Genehmigungsklientel dieses so genannten „Biokraftwerkes“. Schon allein damit ist das Politikum perfekt.

Ob nach einem jederzeit technisch möglichen Brand im „Biomassekraftwerk“ der Technischen Werke Delitzsch auch der Aufsichtsratsvorsitzende, OBM Bieniek, und der GeschĂ€ftsfĂŒhrer, Herr Mörtl, so ehrlich wie Herr van Meegen im obigen Artikel sein Bedauern bei Auftreten von möglichen „gesundheitlichen Problemen“ zum Ausdruck bringen werden, wird sich zeigen.

An jedem Tag fĂŒhrt die Menschheit Krieg. – Ein schleichender, aber gnadenloser Krieg gegen die Umwelt. Sie vernichtet ihre Lebensgrundlage und nimmt andere Lebewesen, die diesen Planeten seit hundertmillionen von Jahren bewohnen mit ins Grab. Machtgier und das niemals zu stillende Streben nach noch mehr Geld sind die TriebkrĂ€fte. Der neu emporgekrochene Adelsstand der MĂŒllbarone bezeichnet sich selbst als Retter dieser Erde. Man lĂ€ĂŸt Gesetze schaffen, die auch noch das Verbrennen der giftigsten Materialien unter dem Deckmantel der ökologischen Nachhaltigkeit fixieren. Zudem organisieren diese Gesetze die Belohnung der Allesverbrenner mit dem zuvor dem Volk abgemolkenen Geld. KollateralschĂ€den unter der Zivilbevölkerung sind unauffĂ€lliges Beiwerk.- Es ist Krieg!