SPD-Fraktion
Kaltenkirchen spricht sich gegen das Biomassekraftwerk aus
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Veröffentlicht am
26.06.2003, 20:51 Uhr
Die SPD-Fraktion Kaltenkirchen hat sich auf einer Sitzung nach dem
Informationsabend mit großer Mehrheit gegen die Änderung des Bebauungsplanes
Moorkaten und damit gegen den Bau eines Biomassekraftwerkes ausgesprochen.
Sie folgte bei Ihrer Entscheidung dem Grundsatz, dass bei einem solchen
Vorhaben wie dem Bau eines Kraftwerkes nicht die Gegner zu beweisen haben, dass
Gefährdungen davon ausgehen, sondern dass vielmehr der Investor in der Pflicht
ist, alle Zweifel auszuräumen.
Nachdem die SPD-Fraktion mehrfach auf noch zu klärende Fragen hingewiesen und
deren zufriedenstellende Beantwortung gefordert hatte – zuletzt durch eine
schriftliche Anfrage zur Bürgeranhörung – bleiben trotzdem noch in
unterschiedlichen Bereichen Zweifel / Bedenken übrig:
- zum einen ist das Gebiet Moorkaten nur historisch begründet zu einem
Industriegebiet geworden. Die Aufstellung eines B-Planes erfolgt, um eine
unbegrenzte Ausuferung des jetzigen Gebietes zu verhindern. Würde jetzt die im
B-Plan festgelegte Höhe dermaßen geändert, würde bei weiteren wesentlichen
Änderungen ( z.B. dem Bau eines Müllverbrennungswerkes ) keine Chance mehr für
die Stadtvertretung bestehen, hier ein Wörtchen mitzureden
- auch in der SPD-Fraktion bestehen Zweifel dahingehend, dass sich die
Lebensqualität in Kaltenkirchen verschlechtern könnte. Unsere Stadt macht sich
als „Stadt im Grünen“ allmählich einen Namen und ist mit den anderen Standorten
von Biomassekraftwerken schon deshalb nicht vergleichbar, weil wir eben nicht
schon jahrzehntelang Kraftwerksstandort sind
- der ökologische Nutzen scheint nicht ersichtlich, wenn keine
Kraft-Wärme-Kopplung vorliegt. Durch die abgegebene Abwärme besteht die Gefahr,
dass das örtliche Kleinklima erheblich beeinträchtigt wird. Zudem wird
hierdurch das eigentliche Ziel des EEG, der globalen Klimaerwärmung
entgegenzuwirken, ins Gegenteil verkehrt
- entgegen den Aussagen des Investors haben Untersuchungen des Institutes für Energetik
& Umwelt GmbH in Leipzig ( welche die Auswirkungen der Biomasse V für das
Bundesumweltamt beobachten ) sowie der Niedersächsischen Energie-Agentur
gezeigt, dass von den 8 Millionen Tonnen Holz, die theoretisch bestehen, nur
3,5 Millionen Tonnen tatsächlich wirtschaftlich nutzbar sind. Geht man von
dieser Aussage aus, so ist es wahrscheinlich, dass bereits die jetzt im Bau
befindlichen Werke mehr als ausreichend sind.
- es bestehen erhebliche Zweifel, ob PCB-belastete Hölzer tatsächlich aussortiert
werden können. Die Aussage, es werde hier keine chemische Untersuchung
durchgeführt, sondern nur eine „Überprüfung per Augenschein“, vermag wahrlich
nicht zu überzeugen
- Ob die Emissionen, die unterhalb der Grenzwerte liegen, nun
gesundheitsgefährdend sind oder nicht, können die Mitglieder der SPD-Fraktion
nicht beurteilen, denn auch wir sind in diesem Gebiet Laien. Es wurde jedoch
keine überzeugende Argumentation von Seiten des Investors vorgetragen, der
diese in unserer Fraktion vorherrschenden Zweifel beseitigt hätte.
Sowohl im Bauausschuss als auch in der Stadtvertretung werden deshalb die
SPD-Vertreter gegen eine Änderung und damit gegen den Bau des
Biomassekraftwerkes stimmen.
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