Zeitschrift "Neue Energie" -
Oktober 2002
Quelle:
http://www.wind-energie.de/zeitschrift/neue-energie/jahr-2002/inhalte/ne-1002/okt_2.
Htm
Altholz - Kampf bis aufs Messer
Neue Energie-Umfrage lässt vermuten, dass
das Altholz nur für die Hälfte der
geplanten Biomasse-Kraftwerke reichen
wird
Es gibt wohl keinen Millimeter, den Rolf Schölzel auf der Baustelle nicht kennt: „Hier,
diese Fundamente sind für die
Rauchgasentschwefelungsanlage vorgesehen.“ Da
auf dem leeren Beton nichts zu sehen ist,
bleibt das Auge des Beobachters an dem
knallig blauen Stahlgerüst
hängen. „Da kommt die Kesselanlage rein.“ Knapp 42
Meter hoch wird das Kesselhaus sein, und
damit doppelt so hoch wie der daneben
stehende Schornstein werden – Papenburgs
neues Industriewahrzeichen.
Als Projektleiter betreut Schölzel den Bau des neuen Biomasse-Kraftwerkes der
Prokon Nord Energiesysteme GmbH im Nordhafen
der Emsstadt. Wenn ab Mitte
2003 im dann geplanten dreimonatigen
Probebetrieb Feuer unter dem Kessel lodert,
sollen in dem Kraftwerk mit einer
elektrischen Leistung von 20 Megawatt (MW)
jährlich an die 130.000 Tonnen Altholz
verbrannt werden. Können die geplanten
Industriebetriebe in dem Gewerbegebiet
und die umliegenden Gartenbaubetriebe,
wie geplant, mit der ausgekoppelten
Wärme versorgt werden, erhöht sich der Input
bei dem Kraftwerk mit einer
Feuerungsleistung von 68,5 MW sogar auf 180.000
Tonnen. Jede Menge Holz.
Angst, dass ihm der Brennstoff für das 46
Millionen Euro teure Kraftwerk ausgeht,
hat André Hamers
nicht eine Sekunde. Bei dem Diplom-Ingenieur laufen als
Projektmanager alle Fäden für das erste
Kraftwerk der Prokon-Gruppe mit Sitz im
ostfriesischen Leer zusammen: „Die
Mengen, die wir brauchen, sind langfristig
gesichert.“ Die Ostfriesen haben in
diesem Jahr Niedersachsens größten Altholz-
Aufbereiter, die BiRo GmbH
aus Papenburg, vollständig übernommen. Dass das
BiRo-Grundstück unmittelbar an das Kraftwerk grenzt, ist
ein doppelter Glücksfall für
Prokon. „Das bringt uns weitere Kostenvorteile
wegen der extrem kurzen Wege bei
der Anlieferung“, betont Projektmanager Hamers.
Von einer solchen glücklichen
Ausgangslage kann bei den bundesweit mehr als 60
geplanten Biomassekraftwerken auf
Altholzbasis nicht die Rede sein. Die seit
vergangenem Jahr gültige
Biomasseverordnung hatte diesen Boom ausgelöst
„Selbst wenn nur die Hälfte dieser
Anlagen in Betrieb geht, wird die Altholzmenge
nicht für alle reichen“, sagt Norbert Dobe, Geschäftsführer des Bundesverbandes der
Altholzaufbereiter und -verwerter e.V. mit Sitz in Koblenz.
Auch Joachim Fischer, der als Projektleiter
am Institut für Energetik & Umwelt GmbH
in Leipzig den Zwischenbericht zum „Monitoring zur Biomasseverordnung“ für das
Umweltbundesamt betreut hat, sieht
schwarz für so manches Vorhaben: „Es ist ein
Irrglauben, dass das Altholz frei
verfügbar ist. In Süddeutschland ist die stoffliche
Verwertung sehr stark ausgebaut. Der
Exportanteil des Altholzes für die stoffliche
Verwertung liegt in manchen Regionen bei
73 Prozent. Ich glaube nicht, dass sich
daran so viel ändern wird. So zahlen
beispielsweise die italienischen Altholzhändler
wesentlich mehr für das Altholz als die
potenziellen Kraftwerksbetreiber, denen damit
das Holz auszugehen droht.“
Der Mann hat Recht. Nach einer aktuellen
Untersuchung der Niedersächsischen
Energie-Agentur mit Sitz in Hannover ist
hier zu Lande mit einem auf dem Markt frei
verfügbaren Altholzvolumen von allenfalls
3,5 Millionen Tonnen für die energetische
Verwertung zu rechnen – und zwar unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Genau
dieser Ansatz ist neu in der Betrachtung
der Niedersachsen. „Wir haben nicht nur die
reine Tonnage addiert, sondern sind auch
von einer Eigenkapitalrendite in Höhe von
7,5 Prozent für die geplanten
Altholz-Kraftwerke ausgegangen“, erläutert Jörg
Buddenberg, Chef der Energie-Agentur an
der Leine. Diese 7,5 Prozent, für Insider
kein Geheimnis, liegen in der
Energiewirtschaft bei Investitionen am untersten Ende
der Messlatte.
Die ernüchternde Quintessenz bringt
Michael Kralemann, Holzexperte bei den
Niedersachsen, so auf den Punkt: „Bei
einem jährlichen Input von 150.000 Tonnen,
die ein 20-MW-Kraftwerk braucht, gehen
wir maximal von 20 bis 23 neuen Anlagen
aus.“ 20 MW ist das obere Limit, bei dem ein Kraftwerksbetreiber noch mit einer
erhöhten Vergütung nach dem Erneuerbare-
Energien-Gesetz rechnen kann –
allerdings nur dann, wenn der Kessel bis
Mitte 2004 genehmigt ist.
Diese Einschätzung wird durch die
Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage der
Neuen Energie erhärtet, bei der erstmalig
alle potenziellen Planer und Betreiber von
Altholz-Kraftwerken – soweit bekannt –
nach zahlreichen Details ihrer Projekte wie
Planungsstatus, elektrische und
thermische Leistung, Investitionsvolumen, Art und
Mengen des Altholzes sowie vorhandene
Verträge mit Holzlieferanten befragt
worden sind (siehe Tabellen ab Seite 30).
55 Antworten landeten auf dem
Redaktionsschreibtisch – ein höchst
repräsentativer Rücklauf bei den rund 60
geplanten Projekten.
Zu den Unternehmen, die sich nicht an der
Befragung beteiligen wollten, zählt
beispielsweise die Inergetic
AG aus Schwerin. Die Mecklenburger selbst planen zwei
größere Biomassekraftwerke in Rostock
sowie in einem gemeinsamen
Industriegebiet der Städte Hörstel und
Ibbenbüren im Tecklenburger Land.
Nach der Umfrage brauchen die 14
Kraftwerke, deren Bau mittlerweile begonnen
hat, rund eine Million Tonnen Altholz.
Rund die Hälfte dieser Vorhaben gibt sich wie
beispielsweise die fünf der Saarberg
Fernwärme GmbH mit einer deutlich niedrigen
Leistung von fünf MW zufrieden.
Berücksichtigt man das Volumen für die mehreren
bereits laufenden Öfen und die neun
weiteren genehmigten Anlagen, bei denen in
der Regel Lieferverträge für den
Brennstoff vorliegen, so liegt der Gesamtbedarf
schon bei 2,5 Millionen Tonnen Altholz.
Sprich: Für die fünf Projekte, für die eine
Teilgenehmigung vorliegt, und die 18
weiteren geplanten bleiben vom begrenzten
Altholz-Kuchen lediglich eine Million
Tonnen übrig.
Auch bei der zu erwartenden installierten
elektrischen Leistung liegen die Studie der
Niedersächsischen Energie-Agentur und die
Neue Energie-Umfrage nicht weit
auseinander: Die Hannoveraner
Energieexperten gehen von einem Zubau in Höhe
von maximal 400 MW aus. Auf 275 MW
addiert sich nach den Umfrageergebnissen
die Leistung der 14 Kraftwerke, die
bereits gebaut werden, und der neun
genehmigten Kessel. Für Bernhard Dreher,
der beim Umweltbundesamt (UBA) das
Fachgebiet Umwelt und Energie leitet,
sind diese Zahlen nach dem „Zwischenbericht
zum Monitoring
der Biomasseverordnung“ keine Überraschung: „Wir gehen davon
aus, dass von den geplanten
Altholzkraftwerken lediglich 20 bis 30 Anlagen mit einer
Gesamtleitung von 300 MW umgesetzt
werden.“ Zum Vergleich: Die Leistung aller in
der Neuen Energie-Umfrage ermittelten
Projekte liegt bei 640 MW.
Seinen Kessel unter Feuer setzen kann nur
der Betreiber, der über ausreichende
Brennstoffmengen verfügt. „Es lässt sich
viel planen“, sagt UBA-Mann Dreher, „aber
wenn die Altholzmenge nicht gesichert
ist, sind auch die Banken mittlerweile sehr
zurückhaltend bei der Kreditvergabe
geworden.“ Aus diesem Grund gehe er nicht
mehr davon aus, dass es zu
Überkapazitäten bei den Kraftwerken kommen wird. Das
sieht Norbert Dobe
vom Verband der Altholzrecycler anders: „Für die
großen
Stromversorger sind 50 Millionen Euro für
ein Biomasse-Kraftwerk keine große
Ausgabe. Die gehen auch das Risiko ein,
dass vielleicht in zwei Jahren kein Holz
mehr da ist und sie das Kraftwerk
stilllegen.“
Er beobachtet ein zunehmend heftiger
werdendes Hauen und Stechen um die
Altholzmengen. Mit jedem neuen
Kraftwerksprojekt, das bekannt wird, steigen die
Altholzpreise. Mit dieser Verteuerung
verschiebt sich die zugrunde gelegte
Rentabilitätsvorschau der Anlagen
schnell. Auch die Entsorgungspauschale für die
Altholzklassen A3 und A4, die
Kraftwerksbetreiber einstreichen können, hat sich
innerhalb kürzester Zeit halbiert. „Diese
Pauschale wird möglicherweise komplett
wegfallen“, vermutet Dobe.
Überrascht reagiert der langjährige
Praktiker, dass mehrere potenzielle Betreiber in
der Neue Energie-Umfrage und auf
telefonische Nachfragen Vertragslaufzeiten von
bis zu 20 Jahren, teils mit zugesicherten
Mengen- und Preiszusagen, angegeben
haben. Ungewöhnlich lange Laufzeiten für
turbulente Zeiten wie diese auf dem
Holzmarkt. „Eine Preiszusage für die
nächsten Jahre macht niemand“, ist sich Dobe
sicher und sieht für die nächste Zeit
einen „Kampf bis aufs Messer“ um das Altholz.
Auch der Leipziger Biomasse-Fachmann
Joachim Fischer weiß um die mittlerweile
angespannte Situation auf dem Altholzmarkt:
„Vierteljährliche Verträge sind heute die
Regel oder sogar nur noch Kontingent
bezogen und dann heißt es, immer neu zu
verhandeln. Gut stehen die „großen“
Stromversorger da, weil sie in ihrem
Unternehmensverbünden meist auch
Entsorger dabei haben. Bei den kleineren
Betreibern sieht das ganz anders aus.“
Aber selbst große Energiekonzerne haben
ihre Schwierigkeiten. So hat der Eon-
Konzern für sein Projekt in Landesbergen
bei Minden, dessen Bau bereits begonnen
hat, die jährlich benötigten 150.000 Tonnen
„erst teilweise“ unter Dach und Fach.
Zum Stand beim etwa gleich großen Projekt
in Stapelfeld (Kreis Stormann) sagt
Christian Hillmann von der Eon Kraftwerk GmbH vielsagend:
„Hier laufen noch die
Verhandlungen.“
Keine großen Hoffnungen mehr auf Gespräche
mit Altholzanbietern setzen die
Stadtwerke München, die im Stadtteil Freiham ein Biomassekraftwerk mit 20 MW
planen (Neue Energie 6/ 2002). Stephan
Schwarz, der den Geschäftsbereich
Erzeugung leitet, zum Stand der Dinge:
„Uns sind nicht mehr als zweijährige
Verträge angeboten worden. Ohne einen
mindestens fünfjährigen Vertrag ist uns das
Risiko zu groß, weshalb wir vermutlich
das Kraftwerk nicht bauen werden.“ Am
fehlenden Altholz scheitert nach Neue
Energie-Informationen auch ein Biomasse-
Kraftwerk in Rheda-Wiedenbrück, das die efreso AG aus Neuried bei München
geplant hat.
Damit ist auch verständlich, dass viele
Planer der Altholz-Kraftwerke auf die Frage
der Neuen Energie nach ihren
Bezugsverträgen sehr einsilbig reagiert haben. So
wollte beispielsweise die Ökotech GmbH aus Recklinghausen keine Aussagen über
ihren Altholzlieferanten für den Standort
Spelle nordöstlich von Rheine
machen.
Auch Peter Wefels
von der Saarberg Fernwärme GmbH schwieg sich trotz
wiederholter Anfragen zu diesem Thema
aus. Für die Plambeck Neue Energie AG,
die in Thüringen zwei Kraftwerke an den
Start bringen will, meinte Sprecher Rainer
Heinsohn salopp: „Wir würden die
Kraftwerke nicht bauen, wenn wir nicht langfristige
Verträge hätten.“ Die meisten befragten
Betreiber konnten jedoch keine gesicherten
Verträge mit Holzlieferanten angeben,
weshalb die Umsetzung ihrer Kraftwerkspläne
als zweifelhaft anzusehen ist.
In dieser Situation haben sich viele
Planer bewusst mit Altholzrecyclern verbündet
oder sie, wie die Prokon
Nord Energiesysteme GmbH, gleich übernommen. „Bei
einer solchen Strategie ist der Betrieb eines
Altholz-Kraftwerkes weitestgehend
gesichert“, erwartet Konrad Raab vom
Biomasse-Informationszentrum an der
Universität Stuttgart.
Davon geht auch Matthias Eichelbrönner aus. Der Geschäftsführer der MVV
Erneuerbare Energien GmbH hat bei den
drei Kraftwerksprojekten in Königs
Wusterhusen südöstlich von Berlin, Flörsheim-Wicker bei Wiesbaden sowie
Mannheim mit einer Gesamtleistung von 55
MW und einem Investitionsvolumen von
140 Millionen Euro voll auf Kooperationen
mit Entsorgungsunternehmen gesetzt: „Da
wir von Anfang an gesagt haben, wie
wollen unser Holz nicht über Spotmärkte
einkaufen, haben wir unseren Lieferanten
als Partner gewonnen und somit die
Beschaffungsfrage langfristig gelöst.“
Dass MVV mit diesem Kooperationsmodell
auf dem richtigen Kurs liege, so
Eichelbrönner, haben ihnen mehrere Banken bestätigt:
„Aus diesen Kreisen hören
wir immer wieder, dass sich Investoren
nach unserem Vorgehen erkundigen sollen.“
Für die Entwicklung der Biomassenutzung
komme, so der MVV-Mann, den Banken
eine bedeutende Rolle zu: „Die Geldhäuser
entwickeln sich zu einem Regulativ, da
sie dem Holzmarkt nicht trauen. Wer ohne
einen sicheren Bezugsvertrag mit ihnen
verhandeln will, der kann sich den Weg
gleich sparen.“
Auch wenn sich der Mannheimer
Energieversorger Mitte September von seinem
Projekt in Misburg
bei Hannover verabschiedet hat („Wir haben uns mit unserem
Projektpartner nicht einigen können“),
schließt Eichelbrönner weitere Altholz-
Kraftwerke nicht aus: „Uns werden immer
wieder Projekte angeboten – zum Kauf
oder zum Mitentwickeln.“ Solche Projekte
machen für ihn aber nur dann Sinn, wenn
der Brennstoff aus der Region geliefert
werden kann: „Jeder Kilometer Transport
kostet, weshalb ich einen großen Import
aus dem Ausland ausschließe.“
Die knapper werdenden Altholzmengen und
die damit verbundenen
Preissteigerungen haben auch einen
positiven Nebeneffekt: „Mit steigenden
Altholzpreisen wird die Kraft-Wärme-
Kopplung (KWK) bei Biomasse-Kraftwerken
eine größere Bedeutung bekommen, da die
zusätzlichen Einnahmen durch die
Wärmeabgabe den Einsatz teurerer
Brennstoffe ermöglicht“, prophezeit Konrad
Raab vom Biomasse-Informationszentrum.
Denn die Wärmenutzung spielt bei den
meisten der geplanten großen Anlagen
keine große Rolle.
Der Standort der Kraftwerke liegt meist
weit entfernt von potenziellen
Wärmeabnehmern. Der Ausbau des
Wärmenetzes ist meist unwirtschaftlich.
Auch Jörg Buddenberg, Chef der
Niedersächsischen Energie-Agentur, setzt auf die
KWK- Prozesse: „Natürlich steht mehr Holz
zur Verfügung, um mehr als 23
Kraftwerke zu betreiben. Das funktioniert
aber nur dann, wenn auf lokaler Ebene
weiter kostengünstige Holzmengen oder
aber KWK-Potenziale erschlossen werden
können.“
Die Wärmenutzung ist nicht das einzige,
was fehlt bei der Erzeugung von Energie mit
Biomasse. Denn in den meisten Fällen wird
die Verbrennung als
Energieumwandlungsverfahren genutzt,
trotz ungünstiger Energie-
Stoffnutzungsbilanzen. Innovative
Technologien wie Vergasung und die Zufeuerung
von anderen Stoffgruppen sind bislang zu
selten zu finden, wie der „Zwischenbericht
zum Monitoring
Biomasseverordnung“ kritisch anmerkt.
Unbehandelte Hölzer aus den
Forstbetrieben, das so genannte Waldrestholz, zählt
zurzeit zu den teureren Brennstoffen.
Trotzdem gibt es bereits einige
Kraftwerksbetreiber, die darauf setzen
und sich speziell auf die Kraft-Wärme-
Kopplung konzentrieren, wie das Biomassekraftwerk
auf Altholzbasis in
Pfaffenhofen. Hier werden mit rund 72.000
Tonnen Hackschnitzel pro Jahr rund 27
MW Wärme und fünf MW Strom produziert
(Neue Energie 8/ 2002). „Das ist ein
Bereich, der bereits jetzt gut läuft, wo
aber noch große Kapazitäten bestehen“,
schätzt Holzexperte Raab. Um die
Wirtschaftlichkeit zu verbessern, müsse die
Logistik optimiert werden. Besonders für
die Holzindustrie sei die Energieerzeugung
mit Waldrestholz sinnvoll, da deren hoher
Wärmebedarf optimal mit kleinen Turbinen
auf dem Betriebsgelände gedeckt werden
könne.
Allzu gerne würde auch André Hamers das Prokon-Kraftwerk in
Papenburg als KWKAnlage
laufen lassen: „Wir werden alles
unternehmen, dass es zur
Wärmeauskopplung kommt. Das Kraftwerk
jedenfalls ist dafür ausgelegt.“ Wenn es
nach ihm geht, will er lieber heute als
morgen, das Plakat entfernt sehen, das vor der
Baustelleneinfahrt steht: „Kraft-Wärme-
Kopplung muss sein“ mahnen da in großen
Lettern die lokalen Bündnisgrünen.
Für Hamers
kommt es erst einmal darauf an, die Bauarbeiten planmäßig
abzuschließen. Damit sichert er Prokon einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil:
Denn vor der eigenen Haustür soll es
demnächst ein weiteres Altholz-Kraftwerk
geben. Das ist jedenfalls der jüngst
bekannt gewordene Plan der Eon Kraftwerke
GmbH, die Energieversorgung Weser-Elbe
(EWE) AG sowie der Stadtwerke Emden,
die in der ostfriesischen Hafenstadt ein
20-MW-Kraftwerk planen. Die Frage ist,
woher kommt das Altholz?
Text: Ralf Köpke,
Kerstin Schmidtfrerick